Ergebnisprotokoll

Forderungen der jungen Eisenbahnbranche beim ersten Forum Zu(g)kunft

Berlin, 19. Mai 2025

Die junge Eisenbahnbranche traf sich am 19. Mai 2025 erstmals beim Forum Zu(g)kunft: Eine Veranstaltung explizit für junge Fach- und Führungskräfte aus dem Verkehrs- und Eisenbahnsektor. Der Verband DIE GÜTERBAHNEN initiierte die Zusammenkunft von 94 Teilnehmenden unter 40, die die Zukunft der Branche repräsentieren und gestalten. Bei dem Treffen verständigten sich die Teilnehmenden auf 15 Forderungen an die schwarz-rote Bundesregierung:

  1. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Schienenverkehr muss deutschland- und europaweit politischen Vorrang erhalten und grenzüberschreitend gedacht, geplant und gefördert werden.
  2. Die Verkehrswende muss als Ziel deutscher Verkehrspolitik wieder verbindlich verankert werden.
  3. Der Verkehrssektor muss seine klimapolitischen Zielvorgaben auf deutscher und europäischer Ebene einhalten. Dazu muss die Verlagerung von Güter- und Personenverkehren auf die Schiene konsequenter und mit hoher Priorität umgesetzt werden.
  4. Die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung müssen dabei Beachtung finden. Mehr positive Erzählungen zur Verkehrswende sind wichtig, müssen aber auch von realen und vielfältigen Angeboten und Konzepten begleitet werden.
  5. Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) muss grundlegend reformiert werden, hin zu einem realistischen, ganzheitlich optimierten Mobilitätsplan mit Beachtung der Ziele, die verkehrspolitisch erreicht werden sollen.
  6. Der Deutschlandtakt muss schrittweise, in Etappen, umgesetzt werden. Dafür muss der Bund in Abstimmung mit Ländern und Branche die konkreten Umsetzungsschritte definieren und verbindlich festschreiben.
  7. Kostenwahrheit zwischen den Verkehrsträgern muss die Grundlage für politische und wirtschaftliche Entscheidungen sein – nur dann können Marktkräfte effektiv wirken.
  8. Die externen Kosten aller Verkehrsträger müssen internalisiert werden. Es braucht zusätzlich einen regelmäßigen Anpassungsmechanismus.
  9. Der Eisenbahninfrastrukturfonds muss stabil und überjährig sein und ausreichend Finanzierungssicherheit bieten. Dabei sollten für die Architektur sowohl Elemente aus dem Modell der Schweiz als auch Österreich als Vorbild dienen. Wichtig dabei: Verbindliche Zusagen der Politik, die nicht mit jedem Regierungswechsel ins Wanken geraten, Transparenz und Kosteneffizienz.
  10. Planung und Bau von Eisenbahninfrastruktur muss schneller, effizienter und kostengünstiger werden. Als Vorbild einer begleitenden Behörde kann das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) dienen.
  11. Automatisierung und Digitalisierung im Schienenverkehr müssen europaweit mit einheitlichen Standards vorangetrieben werden. Kurzfristig braucht es darüber hinaus eine spürbare Entbürokratisierungsinitiative im Eisenbahnsektor.
  12. Forschung, Lehre und standardisierte Fachkräfteausbildung im Bereich Schiene müssen gezielt gefördert und gestärkt werden.
  13. Wir fordern Transparenz und verbindliche Zielvorgaben für die Deutsche Bahn AG sowie beschleunigte Entscheidungsprozesse in der Infrastrukturentwicklung. Reformen bei der Deutschen Bahn sind nötig, um Potenziale zu heben.
  14. Bau- und Verkehrspolitik müssen zusammengedacht werden, um unnötige Wege zu reduzieren und Flächen für den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur (Bahnhöfe, Terminals, Anschlüsse) einzuplanen. Neben den Verkehrstrassen gehören auch Abstell- und Serviceanlagen in den Fokus.
  15. Das Schienennetz muss schneller und umfassender elektrifiziert werden. Das Ziel, bis 2030 75 Prozent des Schienennetzes zu elektrifizieren, muss weiter verfolgt werden.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:

Katharina Ahlmer 

Mounir Akarchi  

Patrick Balasa 

Nutsa Bibilashvili 

Jan-Josua Bohm 

Alexander Borchers 

Francis Braun 

Victoria Broßart 

Moritz Buckow 

Lennart Buggert 

Georg Coban 

Manuel Droß 

David Duong 

Anne-Kathrin Eichler 

Anja Erkens 

Florian Fischer 

Oliver Freitag 

Ronny Gabbert 

Christian Hagemann 

Stephan Häger 

Lasse Hansen 

Philippus Herrmann 

Benedikt Heyl 

Helmut Hoffmann 

Pascal Hohmann  

Lioba Hölzle 

Pascal Hoyer 

Prof. Dr. Lukas Iffländer 

Laura Isenhöfer 

Annik Jeiziner  

Pascal Kalensee 

Raffael Kalvelage 

Gabriel Kapfinger 

Lars Kieni 

Clemens Langer 

Philipp Latzke 

Julian Lochno 

Christoph Martin 

Ba Quy Merz 

Daniela Morling 

Johannes Müller 

Annette Müller 

Florian Ney 

Georg Nickel 

Roman Ohmayer 

Jonas Ölke 

Hannes Ortlieb 

Anika Ortmann  

Aaron Pommerening 

Jonas Prade 

Kay Rabe von Kühlewein  

Martin Respondek  

Hanna Rhein 

Nanne Richardsen 

Tilmann Riemer 

Larissa Robitzsch 

Jacob Rohm 

Tobias Schiffer 

Berthold Schilling 

Jan Schlierf 

Andreas L. Schlüter 

Moritz Schmidt 

Gerrit Schneider 

Janne Schönerstedt 

Kevin Schumacher 

Pauline Schur 

Lena Christin Schwelling 

Joris Sluijmer 

Janek Smalla 

Curt Stappenbeck 

Aaron Thieme 

Niklas Van Well 

Maximilian von Koschitzky 

Cedric Wefer 

Neele Wesseln  

Dr. Fabian Wirth 

Fred Felix Zaumseil 

Fabian Ziegler 

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